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26. Juni 2026 · 8 Min Lesezeit

Von Christian Hemingway — Entwickler und KI-Coach, Bad Salzuflen. Redaktionell geprüft.

Was kostet eine Website 2026 wirklich? Ehrliche Zahlen

Baukasten, Freelancer, Agentur — die echten Preisspannen für Firmen-Websites 2026, welche versteckten Kosten niemand nennt und woran du erkennst, wofür du eigentlich bezahlst. Ohne Nebel.

Die häufigste Frage in Erstgesprächen ist nicht „Kannst du das bauen?”, sondern: „Was kostet sowas?” Und die häufigste Erfahrung davor: drei Angebote eingeholt, drei Zahlen bekommen — 800 Euro, 6.000 Euro, 28.000 Euro. Für „dasselbe”. Kein Wunder, dass sich viele verschaukelt fühlen.

Hier ist die ehrliche Aufschlüsselung. Nicht, weil ich der Billigste sein will, sondern weil ein informierter Kunde der bessere Kunde ist.

Die vier Preisklassen — und was du wirklich bekommst

1. Baukasten (0–50 Euro im Monat)

Wix, Squarespace, Jimdo und Co. sind 2026 richtig gut geworden. Wenn du eine Visitenkarte im Netz brauchst — Öffnungszeiten, Telefonnummer, drei Fotos — ist das völlig legitim.

Die versteckten Kosten stehen im Kleingedruckten: Du zahlst dauerhaft Miete, die Seite gehört dir nie wirklich, und sobald du etwas Spezielles willst (Anfrage-Strecke, mehrsprachig, saubere Ladezeiten auf dem Land-Handynetz), stößt du an Wände. Der Baukasten ist nicht billig, er ist gestundet teuer.

2. Freelancer / Einzelentwickler (1.500–8.000 Euro)

Hier bekommst du das beste Verhältnis aus Preis und Individualität — wenn die Person weiß, was sie tut. Genau in dieser Klasse arbeite ich: Websites ab 1.900 Euro, Festpreis, fertig in ein bis zwei Wochen.

Warum das reicht: Ein Einzelentwickler hat keinen Overhead. Kein Projektmanager, der deine Wünsche in Tickets übersetzt, kein Meeting über das Meeting. Moderne Werkzeuge — statische Site-Generatoren, KI-gestütztes Tooling — haben die reine Bauzeit massiv verkürzt. Diesen Vorteil kann man an Kunden weitergeben. Oder eben nicht.

3. Kleine Agentur (8.000–25.000 Euro)

Ab hier zahlst du für Struktur: mehrere Gewerke (Design, Text, Entwicklung), Prozesse, Verfügbarkeit. Das ist sinnvoll, wenn dein Projekt echte Komplexität hat — Shop mit Warenwirtschafts-Anbindung, Portale mit Login, zehn Redakteure die pflegen sollen.

Für eine Marketing-Website eines 15-Mann-Betriebs ist diese Klasse oft überdimensioniert. Du zahlst die Koordination von fünf Leuten, deren Arbeit einer allein hätte machen können.

4. Premium-Agentur (25.000–100.000+ Euro)

Die 50.000-Euro-Website gibt es wirklich — und manchmal ist sie ihr Geld wert. Was du dort kaufst: eigene Bildwelten und Illustrationen, Motion-Design mit eigener Handschrift, Markenstrategie, Nutzertests, ein Team, das Monate nur an deinem Auftritt arbeitet.

Das Interessante an 2026: Viele dieser Premium-Techniken sind inzwischen auch außerhalb der Großagentur umsetzbar. Kinoreife Animationen, individuelle Typografie, Interaktionen, die sich hochwertig anfühlen — die Werkzeuge dafür sind zugänglich geworden. Der Unterschied liegt heute weniger im Werkzeugkasten und mehr in Geschmack, Sorgfalt und Zeit.

Woran du ein faires Angebot erkennst

  • Festpreis mit klarem Scope. „Nach Aufwand” ist bei einer Marketing-Website ein Warnsignal — der Aufwand ist für Profis kalkulierbar.
  • Die Seite gehört dir. Code, Domain, Inhalte — alles in deinem Zugriff. Frag explizit danach.
  • Ladezeit ist Teil des Angebots. Eine schöne Seite, die auf dem Handy vier Sekunden lädt, ist eine schlechte Seite. Lass dir Performance-Werte zeigen (Stichwort Lighthouse).
  • Folgekosten stehen im Angebot. Hosting, Domain, Pflege — bei mir sind das unter 10 Euro im Monat, weil die Technik bewusst einfach gehalten ist. Wenn jemand 80 Euro monatlich „Wartung” ansetzt, frag, wofür genau.

Die unbequeme Wahrheit über versteckte Kosten

Der teuerste Fehler ist nicht der zu hohe Preis — es ist die Website, die nichts bringt. Eine Seite ohne klare Zielgruppe, ohne Suchmaschinen-Grundlagen, ohne Anfrage-Weg ist bei jedem Preis zu teuer. Deshalb gehört an den Anfang keine Design-Diskussion, sondern eine Frage: Was soll die Seite für dein Geschäft tun? Anrufe? Bewerbungen? Anfragen für ein bestimmtes Gewerk?

Wenn ein Anbieter diese Frage nicht stellt, such weiter.

Kurz gesagt

KlassePreisWann sinnvoll
Baukasten0–50 €/MonatDigitale Visitenkarte, kein Wachstumsziel
Einzelentwickler1.500–8.000 €Individuelle Firmen-Website, direkte Zusammenarbeit
Kleine Agentur8.000–25.000 €Komplexe Projekte, viele Beteiligte
Premium-Agentur25.000 €+Marken-Neuaufbau, große Organisationen

Und falls die ehrliche Antwort eher „App statt Website” lautet: Welche App ein Handwerker wirklich braucht geht genau das durch.

Wenn du wissen willst, in welche Klasse dein Projekt ehrlich gehört: Das Erstgespräch kostet nichts, und wenn ein Baukasten für dich reicht, sage ich dir genau das.

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